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  Berlin
 
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Berlin - ein Name, eine Hauptstadt - und doch irgendwie was anderes, als alle anderen Städte


Ich war felsenfest davon überzeugt, als ich Berlin im Rahmen eines Klassenausfluges im Jahr 2000 das erste Mal betrat, dass ich mit dieser Stadt in Zukunft nichts zu tun haben werde.
5 Jahre später, kam alles anders.

Trotz meines Outings zur Homosexualität war es dann doch eher eine spontane Schnapsidee, auf den Christopher Street Day gehen zu wollen. Vielleicht war es nur die Hingabe, jemanden nettes aus dem Internet kennen zu lernen. Je nachdem war ich für schwule Veranstaltungen und Parties absolut nicht zu begeistern.
Samstag, 25. Juni 2005 - weltgeschichtlich eher unbedeutend - wurde dann jedoch zum bedeutensten Tag meines Lebens.
Die Gesellschaft, die Solidarität, die Akzeptanz und nicht zu vergessen die Stimmung überwältigten meine bis dato verborgenen, für mich noch fremden Gefühle von Freiheit, Toleranz und Liebe.

Lange hing ich diesen Gefühlen nach und benötigte viele Jahre, diese irgendwie zu verarbeiten. Die Sehnsucht diesen Tag erneut erleben zu wollen trieb mich in ein völlig neues Leben, bei dem die Stadt zu einem Symbol meines Geistes wurde. Berlin wurde zum regelmäßigen Reiseziel Nummer eins. Mit den Besuchen folgten neue Freundschaften, mit den Freundschaften neue Beziehungen jeglicher Art und mit allen verbundenen Besuchen zusammen wurde nach und nach auf historisch-kultureller und sozialer Ebene das Puzzle geschlossen - ein Puzzle, welches mich auf einen Weg vorbereitete, in Zukunft in Berlin leben zu wollen.

Doch der Weg war steinig - immer wieder scheiterten Anläufe an Schicksalen auf beruflicher oder gefühlstechnischer Ebene. Es war so, als wenn ich auf einen bestimmten Tag warten musste.

Ein Tag der aus den ebenen genannten Schicksalen mich allerdings erst einmal zurückwarf.
2007 zog es mich nach Dresden.
Und trotz des Umzuges in eine vorher ungeplante Welt konnten mich weder Beziehungen, noch berufliche Zukunftspläne davon abhalten, den eigentlichen Traum zu vernachlässigen.

Am Ende war es vielleicht richtig, erst einmal in einer etwas größeren Stadt wie Dresden Fuß zu fassen und Erfahrungen zu sammeln. Neue Freunde und neue Umgebungen gaben den zusätzlichen Halt und begleitende Therapien sorgten für das sichere Selbstbewusstsein, welches ich für Berlin später definitiv benötigte.
Dresden war sozusagen eine Art Reifeprüfung für das von mir geplante Zukunftsleben.

 

2009 war es dann soweit.

Das Fachabitur wurde in Dresden erfolgreich absolviert und Vorstellungsgespräche und Wohnungssuche folgten ebenso meinem Glück. Ich war nun bereit, mich der Großstadt zu fügen.

Die jetzige Zeit in Berlin brachte erneut große Veränderungen - man könnte fast sagen - einen Neustart.
Der Neustart begann schon allein damit, dass ich seitdem kein Auto mehr habe und zu 100% auf das Vertrauen der öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen war.
Zudem festigte ich meinen bis dato noch eher schwebenden Freundeskreis. Von meinen mehreren hundert bekannten Kontakten, von denen ich vielleicht mit einigen Dutzend in engerem Kontakt war, blieb am Ende nur eine handvoll übrig, mit denen ich fortan regelmäßig Unternehmungen aller Art durchführte.
Dieser eng begrenzte, feste Freundeskreis, aber auch die soziale und gefühlstechnische Freiheit brachten mich an viele neue Grenzen heran, die ich gewiss zu oft überschritten hatte, aber eben auch aus diesem Grund meine Lehren und Erfahrungen zog.
Mehr als ein Jahr lang standen soziale Kontakte - vom Freundeskreis selbst bis hin zum "Stunden-Date" - im Vordergrund. Freiheit und Gefahr waren dabei leider oft die Schnittmenge im Ergebnis.

Der Herbst 2010 brachte dann die vollendete Wendung des am 25. Juni 2005 begonnenen Lebens.

Nun dachte ich zusehens über mein Leben nach - über die Grenzen, über die Fehler, über die Vergangenheiten.
Der feste Freundeskreis bestand, doch was jetzt noch fehlte war die absolut feste und dauerhafte Beziehung.
Der Mensch, der letztendlich der Auserwählte dafür war, trat eher spontan in mein Leben. Doch genau dieser schaffte es mein Leben auf die wichtigen Dinge zu lenken.

So zog ich mich seitdem aus der homosexuellen Szene zurück, ich wurde ruhiger, sesshafter und lernte nun an mir selbst.
5 lange, aber spannende Jahre meines Lebens ebneten den Weg zu einer festen Beziehung, zu einem festen Freundeskreis und zu einer festen beruflichen Zukunft.

Ich wusste nun wer ich war. Der Christopher Street Day 2005 war endgültig verarbeitet, der Reifeprozess im Großen und Ganzen abgeschlossen und die Veränderungen wurden durch Erfahrungen ausgetauscht.

Und Berlin?
Ja diese Stadt ist immer noch anders, als alle anderen.... und sie ist weiterhin ein wichtiger Teil meines Lebens.
Ewig bleiben werde ich gewiss nicht, aber so wie es jetzt läuft, darf es gerne noch lange so bleiben. 

 

 

 

 

 


 
 
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